Stafette zu Gast in Wien

ADZ, 30.09.2010, Henrike Brãdiceanu-Persem

In der Zeitspanne 17.09.2010-19.09.2010 waren einige Autoren und Autorinnen des deutschen Literaturkreises “Stafette” Gäste in Wien. Mit dabei waren unsere Leiterin Frau Dr. Annemarie Podlipny-Hehn, Constantin Gurau, Petra Curescu, Bianca Barbu, Henrike Bradiceanu-Persem und Lucian Varsandan. Wir folgten der Einladung der Deutschen Weltallianz und der Österreichischen Landsmannschaft. Der Präsident der Deutschen Weltallianz, Herr Peter Wassertheurer, hat unsere Lesereise organisiert und wir wollen ihm auf diesem Wege herzlich dafür danken, dass er uns drei gelungene Tage in Wien und Umgebung ermöglicht hat.

Freitag, am 17.09, brachen wir mit dem Minibus auf, um noch vor der Lesung Wien besuchen zu können. Auch wer schon öfter in Wien war, kann diese Stadt immer wieder aufs Neue entdecken und die Kostbarkeiten der Stadt scheinen endlos zu sein. Das schlechte Wetter, das uns am ganzen Weg nach Wien begleitete, milderte sich, als wir am Ziel ankamen, sodass wir auch gemächlich durch die Stadt schlendern konnten.

Der Samstag war ein ausgefüllter Tag. Am Vormittag gönnten wir es uns, das Schloss Belvedere oder die Albertina zu besuchen, denn am Nachmittag hatten wir volles Programm. Um 14:30 Uhr gab es eine lange und rege Diskussion bezüglich der Tätigkeit der Stafette, des deutschen Sprachgebrauchs, der Minderheiten. Nach zwei vollen Stunden genossen wir eine kurze Pause, nach der die eigentliche Lesung stattfand, im Sitz der Österreichischen Landsmannschaft, der wir herzlich für die Gastfreundschaft danken.
Frau Dr. Podlipny-Hehn stellte die Stafette vor und erklärte, dass es ein positives Ergebnis der Tätigkeit der Stafette sei, dass schon mehrere Mitglieder in den Schriftstellerverband Filiale Temeswar aufgenommen wurden (Lucian Manuel Varsandan, Lorette Bradiceanu-Persem, Alexander Gerdanovits, Petra Curescu, Henrike Bradiceanu-Persem). Die Lesung eröffnete Petra Curescu und las Gedichte aus ihren Eigenbänden vor ("Regenbogen der Nacht" und "Warum spreche ich (nicht)..."), Bianca Barbu las Kurzprosa vor, die bereits in den Sammelbänden der Stafette erschienen ist. Henrike Bradiceanu-Persem las zwei Gedichte ihrer Schwester Lorette Bradiceanu-Persem vor aus deren Lyrikband "Zwischenwelten" und eigene Kurzprosa und Gedichte aus den Bänden "Seiten-Blicke", "Jedem seine Straßenbahn" und aus den Sammelbänden der Stafette, Lucian Manuel Varsandan las Gedichte aus seinen zwei Lyrikbänden "als das wort zu ende war" und "lyrisches tagebuch".
Die Lesung war sehr gelungen, das kleine und sehr begeisterte Publikum würdigte unsere Texte und anschließend gab es noch Diskussionen zu der Art und Weise, in der die Stafette besteht und gedeiht, wie die Mitglieder des Kreises zum Schreiben bewegt werden, woher die Anregung zum Schreiben kommt und wieso selbst Jugendliche ohne deutschen Hintergrund zur deutschen Sprache greifen, um sich poetisch auszudrücken. Der Abend klang in einer fröhlichen Atmosphäre aus und wir genossen noch ein Gläschen guten Weins in der Abendrunde.

Weil wir am Sonntag wunderschönes Wetter hatten, erlaubten wir uns auf der Rückreise einen Abstecher nach Klosterneuburg, 25 km nördlich von Wien, wo wir das Stift und die herrliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert besichtigen und bewundern konnten. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert und wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit gehabt haben, neue Orte zu sehen, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Ideen aufzugreifen, die vielleicht in neue Texte einfließen werden.
Noch einmal herzlichen Dank an die Organisatoren und an Frau Podlipny-Hehn, die sich immer tatkräftig darum bemüht, uns, ihre Schützlinge, zum Schreiben anzuspornen, und uns unterstützt und fördert.

Die Stafette freut sich schon auf die nächste Lesung, die am Vormittag des 16. Oktober im Temeswarer Adam Müller Guttenbrunn-Haus im Rahmen der deutschen Kulturtage stattfinden wird. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!